Die Aufschlagskalkulation

Von der Aufschlagskalkulation zum Kalkulationsfaktor, dem Deckungsbeitrag 1 und zum Wareneinsatz in Prozent.

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Aufschlagskalkulation: so kalkulieren Sie Ihre Preise richtig

Wareneinsatz, Kalkulationsfaktor und Verkaufspreise für Speisen und Getränke richtig berechnen – Praxis-Leitfaden.

Von Gregor Raimann· raimannConcepts, Idstein· Lesezeit 6 Min.

Die Aufschlagskalkulation ist die Methode, mit der aus dem Wareneinsatz eines Gerichts oder Getränks der Verkaufspreis entsteht. Ihr Kern ist der Kalkulationsfaktor: der Multiplikator, mit dem der reine Wareneinsatz auf einen Preis hochgerechnet wird, der auch Personal, Miete, Energie und Gewinn deckt. Wer diesen Zusammenhang beherrscht und seine Preise in der Gastronomie bewusst berechnet, kalkuliert nicht nach Gefühl, sondern steuert seine Marge.

Wie der Kalkulationsfaktor funktioniert

Die Grundformel lautet: Verkaufspreis (netto) = Wareneinsatz × Kalkulationsfaktor. Ein Beispiel: Kostet der Wareneinsatz eines Gerichts 4 € und liegt Ihr Faktor bei 3,5, ergibt sich ein Nettopreis von 14 € (brutto entsprechend mehr). Der Faktor bildet ab, dass die Ware nur ein kleiner Teil Ihrer Gesamtkosten ist – der Rest sind Personal, Raum, Energie und der Gewinn, von dem Sie leben.

Schaubild Aufschlagskalkulation: vom Wareneinsatz über den Kalkulationsfaktor zum Netto- und Brutto-Verkaufspreis
Vom Wareneinsatz zum Menüpreis – Schritt für Schritt.
Gericht / GetränkWareneinsatzFaktorNetto-VKBrutto (19 %)
Pasta-Gericht2,80 €4,011,20 €13,33 €
Rinderfilet-Hauptgang9,50 €3,028,50 €33,92 €
Glas Hauswein1,10 €4,54,95 €5,89 €

Wareneinsatzquote als Zielgröße

Viele Betriebe steuern nicht über den Faktor, sondern über die Wareneinsatzquote: Wareneinsatz ÷ Umsatz. Sie sagt, wie viel Prozent Ihres Umsatzes für Ware draufgeht. Übliche Zielkorridore liegen bei Speisen grob im Bereich von 25–35 %, bei Getränken deutlich niedriger. Die Quote ist die ehrlichere Kennzahl, weil sie das ganze Sortiment im Blick behält, nicht nur das einzelne Gericht.

Warum Getränke anders kalkuliert werden

Getränke haben in der Regel einen niedrigeren Wareneinsatz als Speisen und tragen deshalb einen großen Teil der Marge. Ein Kaffee, ein Bier, ein Softdrink – hier steckt der Deckungsbeitrag, der die aufwändigere Küche mitfinanziert. Deshalb wird bei Getränken mit anderen Faktoren gerechnet als bei Speisen, und deshalb schmerzt es besonders, wenn hier über Rabatte oder Schwund Marge verloren geht.

Mischkalkulation statt starrem Faktor

Ein einheitlicher Faktor über die ganze Karte verschenkt Geld. Ein Renner mit niedrigem Wareneinsatz verträgt einen höheren Preis, ohne dass Gäste abspringen; ein Gericht mit teuren Zutaten muss trotzdem tragfähig kalkuliert sein. Gute Kalkulation ist Mischkalkulation: Sie steuern die Marge über das ganze Sortiment, spielen mit Preisankern und positionieren bewusst – nicht Gericht für Gericht stur mit demselben Faktor.

Was den Wareneinsatz wirklich senkt

Die Stellschrauben sind Einkauf (Konditionen, Lieferanten, Mengen), Portionierung (Standards statt Augenmaß), Rezeptur (Verschnitt, Resteverwertung) und die Vermeidung von Verlusten (Verderb, Schwund, Fehlbuchungen) – nicht schlechtere Qualität. Wer hier ein paar Prozentpunkte gewinnt, verbessert das Ergebnis unmittelbar, ohne den Gast zu vergraulen.

Häufige Fragen

Was ist ein guter Kalkulationsfaktor?

Es gibt keinen festen Wert – er hängt von Konzept, Kostenstruktur und Standort ab. Wichtiger ist, die Wareneinsatzquote im Zielkorridor zu halten.

Warum kalkuliert man Getränke anders als Speisen?

Getränke haben meist einen niedrigeren Wareneinsatz und tragen die Marge, die Speisen oft nicht erreichen.

Wie berechne ich den Verkaufspreis?

Verkaufspreis (netto) = Wareneinsatz × Kalkulationsfaktor. Anschließend Mehrwertsteuer und Rundung berücksichtigen.

Wie senke ich meinen Wareneinsatz?

Über Einkauf, Portionierung, Rezeptur und das Vermeiden von Verlusten – nicht über schlechtere Qualität.

Was ist die Wareneinsatzquote?

Der Anteil des Wareneinsatzes am Umsatz. Sie ist die zentrale Kennzahl, um die Kalkulation über das ganze Sortiment zu steuern.

Zahlen dauerhaft im Griff behalten?

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