Hotelneubau Kennedy 89, Frankfurt – Großküchen- und Barplanung für ein 5-Sterne-Luxushotel

Ein 5-Sterne-Luxushotel, Küchen und Bars über mehrere Ebenen – von der Kühlzelle im UG bis zur Rooftop-Bar im 13. OG. Von der Planung über die Realisierung bis zur Abnahme.
Projekt auf einen Blick
Unsere Leistungen
Fachplanung über alle Ebenen – und mitgewachsen, als sich das Konzept änderte.
Herausforderung
Ein anspruchsvoller Premium-Neubau, geplant über viele Jahre – und mitten in der Projektphase änderte sich das Entscheidende: Bedingt durch Corona und den Brexit wechselte der Betreiber des Hotels. Damit kam ein komplett neues gastronomisches Konzept, und die Küchen- und Barplanung über alle Ebenen musste neu gedacht werden.
Lösung
Wir haben die gastronomischen Bereiche von den Abläufen her geplant und nach dem Konzeptwechsel Schritt für Schritt angepasst – über alle Ebenen, vom UG bis zur Bar im 13. OG. Die behördliche Abnahme haben wir von Anfang an mitgedacht und mit dem Veterinäramt Frankfurt – gemeinsam mit dem Team des Hotels – begleitet und abgestimmt.
Als aus dem Aparthotel ein 5-Sterne-Haus wurde
Geplant war zunächst etwas ganz anderes: ein Aparthotel. In den Planunterlagen heißt das Haus durchgehend „Kennedy Aparthotel“, und bis heute hat jedes Zimmer eine eigene Küche. Wer selbst kocht, braucht kein Restaurant – versorgt werden sollte über Grab-and-Go, das Restaurant hätte ein externer Betreiber geführt. Für die Gastronomie hieß das: wenig eigene Produktion, kleine Flächen, kurze Wege.
Dann kamen Corona und der Brexit. Der Betreiber wechselte – und aus dem Haus wurde ein 5-Sterne-Hotel mit vollem Service. Damit war die gastronomische Planung nicht anzupassen, sondern hinfällig. Ein Full-Service-Haus braucht eine eigene Produktionsküche, Frühstück für alle Hausgäste, À-la-carte-Betrieb, Roomservice und Bars über mehrere Ebenen. Dazu Kühl- und Tiefkühlzellen, Trockenlager, eine getrennte Spülküche, geordnete Anlieferung und Entsorgung sowie Umkleiden und Hygienebereiche für ein deutlich größeres Team.
Die eigentliche Schwierigkeit lag woanders: Das Gebäude stand bereits. Schächte, Statik, Deckenhöhen, Anlieferung und Stromversorgung waren gebaut und nicht mehr verhandelbar. Die neue Gastronomie musste sich in eine Hülle fügen, die für ein anderes Konzept errichtet worden war. Nicht die Küche bekam den Raum, den sie brauchte – sie musste in den Raum passen, der da war.
Wie tief der Schnitt ging, zeigen die Planunterlagen selbst: Im Frühjahr 2022 wurde neben Küche und Bar noch ein Grab-and-Stay-Bereich abgestimmt. Am Ende standen zwei Gewerbeküchen mit rund 200 Quadratmetern Küchen- und Spülfläche auf zwei Ebenen, drei Bars und die komplette Kühltechnik im Untergeschoss.
Von der Grundlagenermittlung bis zur Objektbetreuung
Wir haben die küchentechnischen Anlagen über alle neun Leistungsphasen der HOAI geplant und begleitet – von der Grundlagenermittlung bis zur Objektbetreuung nach der Abnahme.
Das ist bei Großküchen nicht selbstverständlich. Häufig endet die Fachplanung mit der Ausführungsplanung, die Vergabe übernimmt der Bauherr, die Baustelle der Küchenbauer – und im Betrieb ist niemand mehr da, der die Entscheidungen von damals kennt. Beim Kennedy 89 lag alles in einer Hand:
- Leistungsphasen 1 bis 3: Abläufe, Kapazitäten und Entwurf – nach dem Betreiberwechsel ein zweites Mal
- Leistungsphase 4: Genehmigungsplanung samt Abstimmung mit dem Veterinäramt Frankfurt
- Leistungsphase 5: Ausführungs- und Werkplanung, freigegeben im April 2024 für Erdgeschoss und 1. Obergeschoss
- Leistungsphasen 6 und 7: herstellerneutrale Ausschreibung und Vergabe
- Leistungsphase 8: Bauüberwachung von der Anlieferung über die Montage bis zur Abnahme am 7. Oktober 2025
- Leistungsphase 9: Objektbetreuung im laufenden Betrieb
Genau darin lag der Unterschied, als das Konzept kippte. Wer nur zeichnet, muss bei einer solchen Wendung neu zeichnen. Wer die Abläufe verantwortet und bis zur Abnahme in der Pflicht bleibt, stellt um – und weiß, was die Umstellung an jeder Schnittstelle auslöst. Genau diese Verbindung aus herstellerneutraler Großküchenplanung und Erfahrung mit den Behörden trägt ein Küchenprojekt auch durch unerwartete Wendungen.
Behördliche Abnahme von Anfang an mitgedacht
Eine Gewerbeküche zu planen heißt auch, sie genehmigungsfähig zu planen. Das Veterinäramt prüft nicht, ob eine Küche schön ist, sondern ob sich reine und unreine Wege sauber trennen lassen – und es kann eine Eröffnung aufhalten, wenn das im gebauten Zustand nicht stimmt. Deshalb haben wir die Anforderungen nicht am Ende abgefragt, sondern von der ersten Planung an mitgeführt.
Beim Kennedy 89 haben wir den Abstimmungsprozess mit dem Veterinäramt Frankfurt begleitet – von der ersten Abstimmung im Februar 2024 über den Vor-Ort-Termin bis zur Freigabe. Die Punkte des Amtes betrafen genau die Stellen, an denen sich Wege kreuzen: ein Zugang zu den Kühlräumen, der nicht über die Spülküche führt. Eine separate Spülküche mit Durchreiche, damit schmutziges Geschirr nicht durch die Produktion getragen wird. Spuck- und Kühlschutz am Frühstücksbuffet. Eine saubere Trennung von Arbeits- und Privatkleidung. Und Laufpläne, die zeigen, wie Ware, Personal und Abfall durch das Haus kommen, ohne sich zu begegnen.
Diese Punkte haben wir in die Pläne eingearbeitet und erneut eingereicht. So blieb die Abnahme das, was sie sein sollte: eine planbare Etappe – und kein Risiko kurz vor der Eröffnung.
Heute
Am Ende standen funktionsfähige, hygienegerecht geplante Gewerbeküchen und Bars über alle Ebenen – von den Kühl- und Tiefkühlzellen im Untergeschoss bis zur Bar im 13. Obergeschoss. Abgenommen wurde die Küche am 7. Oktober 2025.
Heute ist das Haus eröffnet: ein 5-Sterne-Luxushotel mit 180 Zimmern in Frankfurt-Sachsenhausen, mit dem Restaurant „Eighty Nine“, der Rooftop-Bar Jack’s und der KaSa Lounge. Die Gastronomie läuft auf den geplanten Küchen.
Was von diesem Projekt bleibt, ist weniger eine Zeichnung als eine Haltung: Eine Küche, die von den Abläufen her gedacht ist, hält auch eine Wendung aus, die niemand eingeplant hat – einen Betreiberwechsel, ein völlig neues Konzept und ein Gebäude, das sich nicht mehr ändern ließ. Über sechs Jahre, vier Ebenen und alle neun Leistungsphasen hinweg.
Holger JackischExecutive Chef, Frankfurter Hof | A Steigenberger IconKompetente Beratung, perfekte Planung und ein hervorragender Service. Sehr zuverlässig und angenehm in der Zusammenarbeit. Klare Empfehlung!
Das Projekt in der Presse
- Top Magazin Frankfurt – Restaurant „Eighty Nine“ im Kennedy 89
- Frankfurter Neue Presse – Eröffnung mit 180 Zimmern und Rooftop-Bar
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