Strandhalle Spiekeroog

Neukonzeption der Strandgastronomie mit Architektenwettbewerb auf Spiekeroog

Kunde: Nordseebad Spiekeroog GmbH
Jahr: 2021/22
Typ: Analysen, Businessplan, Konzeptentwicklung, Bewertungen, Verpachtung
Online: Spiekeroog

Herausforderung

Neukonzeption, Beratung und Festlegung gastronomischer Flächen der Strandhalle auf der "grünen Insel" Spiekeroog an einer Immobilie, welche erst noch gebaut wird. Plus spätere Pachtberechnung und Pächtersuche.

Lösung

Durch mehrere Analysen bezüglich des Standorts, der Zielgruppe, der Konkurrenz etc. wurden hier Businessplan und Konzept erstellt, um die Parameter für den Architektenwettbewerb und die Neukonzeption vorauszusetzen und die Pächtersuche zu gestalten.

Die, in ihrer Anfangszeit als „Givtbude“ bekannte Spiekerooger Strandhalle war über viele Jahrzehnte beliebte Anlaufstelle für die Bade- und Kurgäste der Nordseeinsel. Das heutige Gebäude aus den späten 70er Jahren ist technisch und baulich sanierungsbedürftig. Für die touristische Entwicklung des Standortes Spiekeroog steht die Neugestaltung der architektonischen Substanz der Strandhalle in direkter Korrelation zum gastronomischen Konzept, welches in Zukunft hier angeboten werden soll.

Frau Jolanthe Boon, Projektleiterin Liegenschaften der Nordseebad Spiekeroog GmbH, war auf der Suche nach einem gastronomischen Beratungsunternehmen und sondierte potenzielle Kandidaten für ein hochinteressantes Projekt – der Neubau und die komplette gastronomische Neuausrichtung der Strandhalle auf Spiekeroog. Ihr Anruf erreichte auch uns im Frühjahr 2021.

Bevor es zur Ausschreibung für den Architektenwettbewerb kommen konnte, musste erst ein geeignetes gastronomisches Konzept entwickelt werden. Dieses sollte sowohl die Leitsätze zur Nachhaltigkeit und Ökologie des Nordseeheilbades respektieren, als auch eine optimale Versorgung der zahlreichen Tages- und Urlaubsgäste am Strand gewährleisten – somit nachhaltig, ökologisch und dennoch, innerhalb dieser Rahmenbedingungen, massentauglich sein.
Die Unterschrift unter unser Angebot, welches eine ganzheitliche Beratung inklusive Zielgruppen- und Konkurrenzanalyse, Erstellung der Businesspläne für Hoch- und Nebensaison, Küchen- und Gastroflächenplanung sowie die entscheidende Konzeptentwicklung beinhaltete, erfolgte noch kurz vor Ostern 2021.

Im ersten Schritt betrachteten wir die aktuelle Situation vor Ort. Der aktuelle Zustand der Strandhalle stand dabei eher im Hintergrund, da in näherer Zukunft die Modernisierung des Gebäudeensembles erfolgen sollte. Es war weitaus wichtiger einen detaillierten Eindruck vom Standort und den Begebenheiten der Insel zu erhalten. Die Vorgaben für die Erarbeitungen des gastronomischen Konzerts wurden gemeinsam mit der Geschäftsführung und den Gesellschafter erarbeitet. Zudem wurde festgelegt welche Unterlagen und Vorgaben für den Architektenwettberg bereitgelegt werden soll und was grob als Ergebnis rauskommen sollte, damit es zum Gesamtbild der Insel danach immer noch passt. Nach unserem Aufenthalt hier, festigte sich in uns der Eindruck, dass der Standort des Projekts enorme gastronomische Potenziale aufweist.

Wir begutachteten die bereits vorhandenen Informationen, Statistiken und Unterlagen zur Insel Spiekeroog und die Leitsätze zur Projektplanung in Form von Sitzungsprotokollen und Marketing- und Tourismusstrategien. Anhand dieser Daten begannen wir mit unserer Zielgruppen- und Konkurrenzanalyse. Die Analysen waren zugleich auch die Grundlage für die Ausarbeitung unseres numerischen Businessplans. Aufgrund der begrenzten Unterkünfte für die Mitarbeiter vor Ort, mussten wir hier vor allem das Personal passend planen. Dies war unter anderem im Hinblick auf eine Vielzahl möglicher Outlets – ein Hauptrestaurant mit bis zu 400 Sitzplätzen, ein separates á la carte Restaurant im 1. Stock, eine Eisdiele im Untergeschoss und ein Strandimbiss – eine große Herausforderung. Auf unsere Businesspläne für Haupt- und Nebensaison folgte schließlich auch die Konzeptentwicklung und der konzeptionelle Leitfaden,

Wir kamen zu dem Ergebnis, dass im Hauptrestaurant ein ausgewogener Mix aus regionalen und internationalen Klassikern, die vor allem den Mehrheitsgeschmack treffen, in Kombination mit vegan/vegetarischen Alternativen, einer nachhaltigen Grundphilosophie und dies als Selbstbedienung die gewinnbringende Kombination seien könnte.

Das á la carte Restaurant würde über ein vergleichbares Angebot verfügen, mit gehobenem Standard und Qualitätsansprüchen. Die Strandbude würde eine Kombination aus typischen Imbiss-Klassikern und „Healthy Bowls“ anbieten. Die Eisdiele würde im Winter zur Winterdiele umfunktioniert werden und kleinere (warme) Snacks für Wanderer, Kur- und Wellnessgäste anbieten.

Das Resultate unserer Arbeit wurde im Anschluss, in Zusammenarbeit mit der Nordseebad Spiekeroog GmbH, in einer Konferenz der Stadtverordnetenversammlung der Insel Spiekeroog und dem Organisator des Architekten Wettbewerbs Herr Ackermann von der BPW Städteplanung präsentiert. Diese zog ein erstes positives Urteil anhand unserer Daten und so konnten wir mit dem nächsten Abschnitt starten – der Berechnung der Küchen- und Gastronomieflächen. Da unsere Planungen für die Gastronomie maßgeblich die architektonischen Anforderungen prägen sollte, war dieser Punkt essenziell. In diesem Abschnitt wurden wir von Herrn Marco Ingenhorst, unserem Küchenplaner von unseren langjährigen Partner Dülks, zusätzlich unterstützt.

Parallel dazu wurden wir von Herrn Ansgar Ohmes, Geschäftsführer der Nordseebad Spiekeroog GmbH, darüber informiert, dass wir auch eine Pachtberechnung anhand der ermittelten Flächen anfertigen und eventuelle Pächter gegen Ende des Jahres 2021 suchen dürfen. In diesem Zusammenhang erstellten wir eine Bewertungsmatrix zum Zweck einer effektiven Einschätzung der potenziellen Pächter-Kandidaten.

Zum Abschluss des Projekts wurden wir mit der Bewertung aus gastronomischer Sicht von 14 Entwürfen verschiedener Architektenbüros beauftragt. Die einzelnen Entwürfe wurden von uns auf Qualität der Nutzflächen, Raumzusschnitt und Proportionen, Qualität für die Gäste, die Lagen im Gebäude, Kundenstörme und die Anliefersituationen bewertet. Diese Ergebnisse flossen in die offizielle Bewertung der einzelnen Gewerke im Architektenwettbewerb mit ein. Mit großer Freude durfte Herr Raimann als Gastronomieexperte an dem zweitägigen Architektenwettbewerb vor Ort auf Spiekeroog teilnehmen und mit seiner Expertise bei der Entscheidungsfindung unterstützen.

Das Projekt auf der Insel Spiekeroog demonstriert, von der Herangehensweise bis zum Endresultat, eine ganzheitliche Lösung zu einer Reihe an Herausforderungen. Gemeinsam haben wir die einzelnen Schritte gemeistert und stehen jetzt vor einem überaus interessanten Resultat, dass die touristische Orientierung und Versorgung der Insel mit großer Sicherheit bereichern wird.

Wir freuen uns jetzt schon auf unseren nächsten Besuch und werden bis dahin einen passenden Pächter finden, der nicht nur allen Herausforderungen gewachsen ist, sondern auch passend für die „Grüne Insel“ mit seinem Team und Konzept ist.

 

Alle Bilder wurden von Nordseebad Spiekeroog GmbH und dem gewinnenden Architektenbüro bereitgestellt.

Was sagt der Kunde

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