Gastro-Kennzahlen 2026: Wareneinsatz, Personal, Pacht
Gastro-Kennzahlen 2026: Wareneinsatz, Personal, Pacht
Wie viel Prozent vom Umsatz gehen für Waren, Personal und Pacht drauf? Benchmarks aus echten Betriebszahlen und Businessplänen.
Wer einen Businessplan schreibt, einen Kredit beantragt oder seinen Betrieb prüfen will, braucht Vergleichswerte. Unsere Benchmarks stammen aus der eigenen Beratungsarbeit – Istzahlen aus Betriebsauswertungen und Planzahlen aus Businessplänen, anonymisiert und zusammengefasst.
Ausgewertet wurde jeweils, was für die Kennzahl vollständig vorliegt – Details unter Methodik.
Wohin der Umsatz im Restaurant fließt
Istwerte aus Betriebsauswertungen
Anteile am Nettoumsatz, Median (in Klammern: Anzahl Betriebsjahre)
| Betriebsart | Wareneinsatz | Personal | Prime Cost | Pacht/Miete | Energie |
|---|---|---|---|---|---|
| Restaurant | 28,7 % (29) | 42,3 % (29) | 68,1 % (29) | 12,0 % (11) | 4,2 % (9) |
| Café / Bar | 33,0 % (13) | 24,5 % (13)* | 68,0 % (13) | 11,8 % (5) | – |
| Catering / Kantine | 32,9 % (6) | 38,2 % (6) | 68,4 % (6) | – | – |
| Gastronomie gesamt | 28,8 % (71) | 41,1 % (72) | 67,1 % (71) | 11,3 % (31) | 3,3 % (28) |
* Viele Cafés und Bars werden vom Inhaber selbst geführt. Sein Unternehmerlohn steht nicht in den Personalkosten – die Personalquote ist dort niedriger, als sie wirtschaftlich ist. Prime Cost = Wareneinsatz + Personal, die wichtigste Steuergröße im Betrieb.
Plan und Wirklichkeit im Restaurant
| geplant (Businesspläne) | Ist (BWAs) | |
|---|---|---|
| Wareneinsatz | 26,0 % | 28,7 % |
| Personal | 36,0 % | 42,3 % |
| Prime Cost | 63,0 % | 68,1 % |
| Pacht/Miete | 8,0 % | 12,0 % |
Plan- und Istwerte stammen nicht aus denselben Betrieben. Die Richtung ist trotzdem eindeutig: Vor allem das Personal kostet im Alltag deutlich mehr als geplant – rund 6 Prozentpunkte vom Umsatz. Wer seinen Businessplan damit nicht absichert, plant sich die Rendite schön.
Bankfähiger Businessplan mit echten Vergleichswerten
Wir rechnen Ihre Planung gegen echte Zahlen aus der Praxis – damit Bank und Verpächter sie ernst nehmen.
Planwerte aus Businessplänen
Erstes volles Geschäftsjahr, Median (in Klammern: Anzahl Pläne)
| Betriebsart | Wareneinsatz | Personal | Prime Cost | Pacht/Miete | Umsatz je Sitzplatz | Ø Umsatz je Gast |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Restaurant | 26,0 % (22) | 36,0 % (25) | 63,0 % (22) | 8,0 % (23) | 7.306 € (25) | 25,61 € (25) |
| Café / Bar | 25,0 % (7) | 45,0 % (8) | 68,0 % (7) | 9,5 % (8) | 5.557 € (5) | 10,44 € (7) |
| Freizeit- / Destinationsgastronomie | 27,0 % (7) | 37,0 % (8) | 63,0 % (7) | 8,5 % (8) | 5.237 € (6) | 18,40 € (8) |
| Gastronomie gesamt | 26,5 % (42) | 38,0 % (47) | 65,0 % (42) | 9,0 % (43) | 7.000 € (41) | 22,80 € (45) |
Umsatz je Sitzplatz: Nettoumsatz pro Jahr geteilt durch Sitzplätze innen und außen. Ø Umsatz je Gast: netto.
Was Sie daraus ablesen
- Prime Cost über rund 70 % lässt kaum Luft für Pacht, Energie und Gewinn. Hier lohnt sich der Blick auf Kalkulation und Dienstplan zuerst.
- Pacht über rund 12 % vom Umsatz liegt über dem Median. Das ist tragbar, wenn Wareneinsatz und Personal gut im Griff sind – sonst wird es eng. Marktübliche Pachten zeigt unser Pachtspiegel Gastronomie 2026.
- Im Businessplan Personal nicht schönrechnen: Ist-Betriebe liegen im Median rund 6 Prozentpunkte über dem Plan.
- Die Werte schwanken stark je nach Konzept, Lage und Größe. Sie ersetzen keine Analyse Ihres Betriebs, zeigen aber, wo Sie genauer hinschauen sollten.
Methodik
Datenbasis: Seit 2010 haben wir über 500 Projekte begleitet – Beratung, Vermittlung und Planung. 370 davon liefern auswertbare Zahlen. Die Fallzahl unterscheidet sich je Kennzahl, weil nicht für jedes Projekt eine BWA oder ein Businessplan vorliegt; sie steht deshalb bei jedem Wert dabei.
Istwerte: 72 Betriebsjahre aus BWAs und Jahresabschlüssen von Beratungsmandaten. Nicht berücksichtigt: Teiljahre unter 6 Monaten, Eröffnungsjahre, Corona-Jahre 2020/21, subventionierte Sonderbetriebe. Hotels und Gasthöfe nicht enthalten, weil dort bei Familienbetrieben der Unternehmerlohn fehlt und die Werte verzerrt. Die Betriebe haben uns beauftragt, darunter überdurchschnittlich viele mit Handlungsbedarf – die Istwerte zeigen deshalb eher, wo es eng wird, als den Branchendurchschnitt.
Planwerte: Von 115 Businessplänen und Betriebskonzepten (2014 bis 2026) haben 55 einen vollständigen Zahlenteil; ausgewertet sind 48 Gastronomie-Finanzpläne, jeweils das erste volle Planjahr. Nicht enthalten: Hotels, Planungen in Fremdwährung, reine Ist-Analysen und Eigentumsobjekte (bei der Pacht).
Alle Werte anonymisiert, keine Einzelbetriebe, nur Mediane; ausgewiesen ab 5 Werten je Segment.
Median: Die Hälfte der Betriebe liegt darüber, die Hälfte darunter.
Stand: November 2026. Eigene Erhebung raimannConcepts, ohne Gewähr.
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